Ausgerechnet jetzt mit Aktien starten!?

Renate Kewenig (renate.kewenig/boersenecho.de)
| 03.11.2020 14:45


Unsicherheit überall: Corona belastet die Wirtschaft, die Auswirkungen zeigen sich spätestens im ersten Quartal 2021. Ein Ende der Niedrigzinsen ist nicht in Sicht.
Die US-Wahl liegt in Kürze hinter uns, aber eine grundlegende Kehrtwende sollten wir nicht erwarten. Stil und Ton könnten wieder besser werden, aber die grundlegenden Aspekte zwischen unserem wichtigen politischen und wirtschaftlichen Partner bedürfen einer Anpassung.
Gesellschaftliche und strukturelle Umbrüche tun ihr Übriges, ausgerechnet jetzt sollte Geld in Aktien fließen?
Grundsätzlich gilt: Wir brauchen mehr Aktien-Fans, eine größere Beteiligung an deutschen und europäischen Unternehmen. Aktien als Sachwert und langfristige Anlage bringen die höchsten Erträge, auch nach Steuern.
Die Frage: Wann soll ich anlegen? gehört sicher zu den meist gestellten. Die Antwort gehört zum Lieblingsmotto von Juristen: Es kommt darauf an!
Eine lange Anlagedauer gilt als wichtigste Voraussetzung: Junge Leute haben sie, aber auch Ältere, deren Lebensversicherung fällig wird und die über 25 Jahre ihren Ruhestand finanziell bereichern wollen.
Je mehr Zeit vorhanden ist, um so weniger spielt das Tagesgeschäft an den Aktienmärkten eine Rolle. Ob ein Einstieg „günstig“ oder „teuer“ war, zeigt sich erst aus der Rückschau und gleicht sich über lange Zeiträume aus.
Die eigene Strategie ist wichtig: Wie viel Aktie kann ich vertragen? Wie groß darf der Anteil meines Vermögens sein, der auch mal stärker schwankt, ohne dass ich schlaflose Nächte habe? Will ich selbst Aktien auswählen oder delegiere ich?
Wer sich die Auswahl von einzelnen Werten nicht zutraut, kann zunächst über Indices investieren, die passiv einen Markt abbilden und auch Akzente setzen wie Nachhaltigkeit oder Dividendenstrategien.
Über einen Aktienclub macht die Titel-Diskussion mehr Spaß, die Beträge sind klein und die Lernkurve tut nicht so weh, wenn es einmal abwärts geht. Auch hier schadet ein „kabbeliger“ Aktienmarkt nicht.
Oder: Wer heute investiert und in Kürze feststellt, dass die Märkte billiger sind, kauft nach – falls noch etwas Reserven „trocken“ liegen und investiert werden können.
Oder: Sparpläne in einzelne Aktien verteilen die Einstiegskurse auf ein längeres Zeitfenster. Das kann bedeuten, in einen steigenden Markt zu investieren (nicht so schön), aber auch, Kaufkurse zu mitteln, wenn die Märkte ordentlich schwanken und Kursrückschläge dabei sind. Aber, wie gesagt: Langfristig entscheidet die Gesamtstrategie.
Was spricht für Aktien im Depot, auch im heutigen Umfeld:
-    Die deutsche Wirtschaft immer mehr in ausländische Hände geben, während wir Inländer am Sparbuch und Tagesgeld kleben, uns über eine Einlagensicherung freuen, aber auf Wertzuwachs verzichten – schadet auf mehreren Ebenen.
-    Altersvorsorge besteht aus der Summe der Werte, die zum Renteneintritt zur Verfügung stehen: Von Cash, über die eigene Immobilie bis hin zu Wertpapierbeständen und anderen Vermögenswerten. Nicht zu lange warten mit der eigenen Strategie!
-    „Mit Aktien starten“ kann auch bedeuten, sich klar zu machen, wo uns im Alltag überall Produkte und Dienstleistungen begegnen, denen wir vertrauen und die über Aktien kaufbar sind:
Das beginnt bei der Morgentoilette, Zahncreme, Deo, Makeup, Rasierer? Müsli, Handy,
Stromanbieter? Auto, Laptop, Bank und so weiter……
Warum nicht mutig in die Unternehmen investieren, die mit uns Geld verdienen? Da hätten wir gern etwas ab vom Gewinn – und den Kurszuwächsen!
Fazit: Es gibt keinen schlechten Zeitpunkt zum Investieren, es gibt nur eine passende Strategie!
©Text_Foto_Grafik_Renate Kewenig, www.finanz-verstand.de


Haftungsausschluss
Die zur Verfügung gestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung oder Anlagevermittlung dar. Die Analysen sind keine Handelsempfehlung und spiegeln nur die Meinung des Autors wider. Alle Aussagen zu Finanzinstrumenten und deren Kursentwicklung sind absolut unverbindlich. Falls Nutzer der Seite aufgrund der vorgestellten Analysen Handel betreiben, geschieht dies vollumfänglich auf eigene Gefahr. Die öffentlichen und nicht öffentlichen Inhalte der Plattform http://boersenecho.de stellen keine Finanzdienstleistungen im Sinne des Gesetzes über das Kreditwesen und auch keine Wertpapierdienstleistungen im Sinne des Wertpapiergesetzes dar.

Jetzt teilen & bewerten


0 Kommentare

  • Aktuell keine Kommentare