DAX steigt auf neues Allzeithoch – Schieflage bei Hedgefonds verunsichert

Jochen Stanzl (jochen.stanzl/boersenecho.de)
| 29.03.2021 09:25


Die neue Handelswoche beginnt spannend – ein Hedgefonds in den USA ist wahrscheinlich durch die Schwäche bei Technologieaktien in Schieflage geraten. Die Investmentbanken Credit Suisse und die japanische Nomura, die Geschäfte für den havarierten Hedgefonds abwickelten, werden mit in den Strudel gezogen. Auch die deutschen Banken leiden zum Start in die wegen Ostern verkürzte Handelswoche. Noch ist unklar, wie hoch die Verluste und wie groß die Probleme wirklich sind.

Interessanterweise waren die Probleme um Archegos am Freitag schon bekannt und trotzdem gelang es dem Deutschen Aktienindex, im Sog der Käufe an der Nasdaq im elektronischen Handel bereits auf ein neues Allzeithoch zu steigen. Zwar könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass das Thema schon wieder abgehakt ist. Aber erst heute Morgen war zu hören, dass Nomura „erhebliche“ Verluste potenziell in Milliardenhöhe erleiden könnte.

Der Deutsche Aktienindex beweist indes erneut eine erstaunliche Stabilität gegenüber negativen Nachrichten. Die Freude über den neuen Rekord könnte allerdings verfrüht sein, wenn die Sorgen um die echten Schäden durch die Schieflage von Archegos im Tagesverlauf zunehmen.

Der Aktienmarkt wird auch weiter durch das Tempo der Impfkampagne in den USA beflügelt. Bidens Versprechen einer noch schnelleren Durchimpfung der Bevölkerung war genau das, was die Investoren hören wollen, die jetzt in Value-Aktien investiert haben. Die Entwicklung dürfte zudem davon abhängen, wie sich die Zinsen verhalten. Denn umso höher die Anleiherenditen steigen, desto weniger alternativlos werden vor allem die immer noch hochbewerteten Technologieaktien. Und damit fiele für die Zukunft zumindest einer der Haupttreiber der bisherigen Hausse weg. 



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